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Grundlagen der Methode

Ein Neugeborenes wird mit ca. 100 Milliarden Neuronen (Nervenzellen) geboren. Dennoch ist das Gehirn bei der Geburt nur teilweise funktionsfähig. Es sind vor allem die lebensnotwendigen Bereiche vernetzt und die Nervenfasern sind mit Myelin ummantelt. Myelin isoliert die Nervenbahnen und erhöht die Leitungsgeschwindigkeit. Im Lauf der Entwicklung werden immer mehr Hirnregionen erschlossen. Ersichtlich wird dies an den sich rasch entwickelnden Fähigkeiten des Kindes. Beim gesunden Kind ist die Entwicklung der Grundfunktionen durchschnittlich im Alter von 6 Jahren (Mädchen) bis 8 Jahren (Jungen) abgeschlossen. Grundfunktionen werden solche Fähigkeiten genannt, die Voraussetzung für eine optimale Weiterentwicklung sind.


Das Entwicklungsprofil
Florence Scott, Glenn Doman, Carl Delacato u.a. entwickelten 1955 auf der Basis ihrer Forschungen das sog. Doman-Delacato-Entwicklungsprofil. In diesem Profil werden jeder Gehirnebene bestimmte Grundfunktionen zugeordnet, die Voraussetzung einer gesunden Entwicklung sind. So wurde es möglich zu bestimmen, welche dieser Funktionen altersgemäß entwickelt sind und welche Funktionen noch nicht oder nur teilweise entwickelt worden sind.
Die Hirnregionen des Entwicklungsprofils entsprechen vereinfacht der Gehirnentwicklung eines Kindes. Sie sind in der Reihenfolge ihrer „Inbetriebnahme“ angeordnet.
Jede dieser Gehirnebenen sind die Grundfunktionen „Sehen“, „Hören“,“ Tastsinn“, „Motorik“, „Sprache“ und „Handfunktion“ zugeordnet.
Das Entwicklungsprofil ist eine stark vereinfachte, auf das Wesentliche beschränkte Darstellung.

Doman-Delacato-Entwicklungsprofil

Gehirnstufe

Sehfunktion

Hörfunktion

Tastfunktion

Motorik

Sprache

Handfunktion

Hochkortex

Dominantes Auge

Dominantes Ohr

Dominante Tasthand

Dominantes Bein

 

Dominante Hand

Großhirn (Kortex)

Erkennen von Symbolen

Verstehen von Wörtern

Stereognosie

Hüpfen Rennen Gehen

Sprechen

Pinzettengriff

Mittlerer Hirnbereich

Konvergenz, vertikale Augenbe-wegung

Verständnis des Tonfalls

Feinunter-scheidung
von Tastwahr-nehmung

Krabbeln

Lautbildung: Lautieren

Ganzhandgriff

Brücke (Pons)

Horizontale Augenbe-wegung

Schreckreflex bei bedrohlichen Geräuschen

Unterscheidung von Hitze, Kälte, Hunger, Schmerz

Robben

Schreien

Greifreflex und
Loslassen

Stammhirn/ Rückenmark

Lichtreflex

Schreckreflex

Saugreflex

Bewegung von Armen und Beinen

Geburts-schrei

Greifreflex


Beispiel: Die Entwicklung der Grundfunktion „Sehen“:
Wenn ein Kind geboren wird, sollte der Pupillenreflex vorhanden sein. D.h. bei hellem Licht zieht sich die Pupille zusammen, bei Dunkelheit weitet sich die Pupille. Darauf aufbauend entwickelt sich in der nächsten Stufe die Umrisswahrnehmung und die Fähigkeit, die Augen in horizontaler Weise zu bewegen. In der darauf folgenden Gehirnebene entwickelt sich die Detailwahrnehmung und die Fähigkeit, die Augen in vertikaler Ebene zu bewegen. Hier entwickelt sich auch die Fähigkeit zur Konvergenz, d.h. beide Augen können einen Gegenstand fixieren und das doppelte Bild (von jedem Auge eines) an höhere Stufen weiterleiten, wo das Bild zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt wird. Dies ist die Voraussetzung für das dreidimensionale Sehen. In der daran anschließenden Ebene des Gehirns wird die Fähigkeit zur Erkennung und Unterscheidung von Symbolen entwickelt, bis hin zur Fähigkeit des Lesens. Abgeschlossen wird die Entwicklung mit der Ausbildung eines dominanten Auges.

Was bedeutet „Verletzung des Gehirns“?
Wie z.B. an unserer Haut können wir uns auch Verletzungen des Gehirns zuziehen und wie an einem anderen Körperteil auch können diese Verletzungen sehr unterschiedlicher Art sein und ein unterschiedliches Ausmaß haben. An der Haut können wir uns eine Schürfwunde zuziehen, die ohne Narbe verheilt, eine Platzwunde haben, die mit einer kleinen Narbe abheilt oder eine schwere Verletzung bekommen, die Narben und Funktionsbeeinträchtigungen hinterlässt.

Tritt eine Verletzung des Gehirns ein, so können entweder Nervenzellen selbst oder aber Verbindungen zwischen ihnen zerstört werden. Die Verletzung kann wie bei der Haut so klein sein, dass das Gewebe mühelos regeneriert werden kann. Sie kann von mittlerer Schwere sein, so dass wir bei bestimmten Dingen Schwierigkeiten haben, jedoch insgesamt wenig beeinträchtigt sind. Eine Verletzung kann jedoch auch so schwer sein, dass wesentliche Funktionen ausfallen und dadurch schwere Beeinträchtigungen entstehen.

 


 
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